Female Beat Bazarrr Mädchen* und Frauen* in der Musik

01./02.09.2017 @ scheune Dresden

 

Die Idee

Als Kooperationsveranstaltung der Scheune Akademie, der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen und junge Frauen in Sachsen e.V. und der Dresdner Fach-und Koordinierungsstelle für die Arbeit mit Mädchen und junge Frauen sollte die Veranstaltung der Stärkung von Mädchen* und Frauen* in der Musik dienen. Die Idee war es, ein Format zu schaffen vom dem sich sowohl Multiplikator*innen und Fachkräfte, die mit Mädchen* arbeiten, als auch Künstlerinnen*, Mädchen* und junge Frauen* selbst angesprochen fühlen. Es entstand ein Konzept aus zwei Tagen mit Konferenz, Workshopangebot und musikalischem Abschlussprogramm. Zudem wurde eine neue Facebook Seite angelegt auf die alle Kooperationspartnerinnen* Zugriff hatten.

 

Die Konferenz

 

Die Konferenz startete am Freitag, den 01. September 2017 um 13:30 Uhr. Hauptthema des Tages war die Sexualisierung und Selbstbestimmung von Frauen* auf der Bühne.  

 

Nach einem Grußwort von Dr. David Klein, SB Musik und Tanz der Landeshauptstadt Dresden, betrachtete Anika Jankowski – Leiterin* der Scheune Akademie - die Musikwelt aus Sicht einer Frau*. Sie stellte dar, dass Frauen in vielen Bereichen der Musikwelt nur sehr wenig vertreten und ihre Rollen oftmals reduziert sind. Als mögliche Gründe hierfür nannte sie u.a. sogenannte Männer*bünde, das Phänomen, dass Männer* vorwiegend Männer* fördern, aber auch fehlende Vorbilder oder die Familienunfreundlichkeit der Branche.

 

Julian Rybarski und Denise Mäckenstock - Mitarbeiter*innen der MädchenMusikAkademie des Mädchenzentrums NRW - berichteten über ihre Arbeit. Sie stellten verschiedene pädagogische Methoden der Mädchen*arbeit in Zusammenhang mit Musik dar. Auch hier wurde deutlich, dass Mädchen* oftmals erst einmal dazu angeregt werden müssen, sich breiter auszuprobieren. Viele der Teilnehmerinnen* würden zu Beginn nur singen wollen. Die Instrumente stellten ebenso eine Hürde dar wie lauterer Gesang oder Geschrei.

 

Im Anschluss an die Impulse gab es eine angeregte Diskussion mit den Referierenden sowie Ulla Heinrich (Veranstalterin bei böse&gemein Konzerte und angestellt bei Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste) und Melissa Perales (Initiatorin* von we make waves) über vorhandene tradierte Rollenbilder in der Musik und ihre Auswirkungen auf Künstlerinnen* und Konsumentinnen*. Dabei wurde aufgearbeitet, welche Aufgaben die Mädchen*arbeit in der Reflexion standardisierter Verhaltenserwartungen und geschlechterstereotyper Zuschreibungen hat und wie in einem nächsten Schritt Veranstalter*innen neue Räume für Mädchen* und Frauen* auf und vor der Bühne schaffen können.

 

Insgesamt nahmen 30 Menschen an der Konferenz teil.

 

Das Workshopangebot

Am Samstag, den 2. September 2017, konnten sich Mädchen*, Frauen* und Trans in Workshops ganz praktisch zu den Themen Rap, DJing mit Mp3 oder Platten und Stancil/Graffiti ausprobieren. Der Workshop für Beatbox und Loop musste leider entfallen, da die Künstlerin* erkrankte und sich für den abendlichen Auftritt schonen wollte. Für Pädagog*innen und Brancheninteressierte wurde außerdem der Workshop zum Thema „Umgang mit sexistischen Texten und Performances“ veranstaltet.

 

DJ Workshop mit L_sa – Auflegen mit Mp3

In diesem Workshop konnten Mädchen*, junge Frauen und Trans sich selbst an den Reglern ausprobieren. L_sa, die selbst seit 12 Jahren DJ erklärte grundlegende Techniken und führte in das Programm Traktor ein, welches vielen DJs zum Auflegen mit Mp3 dient.

 

Rap Workshop mit Jennifer Gegenläufer

Jennifer Gegenläufer ist Rapper*in; Beat-Producer*in und Freestyler*in aus Leipzig. Im Workshop wurde die Kunst des Rap anhand einiger Beispiele erläutert, wobei es darum ging wie eigentlich ein „Flow“ entsteht. Mit vielen anregenden Übungen nährten sich die Teilnehmerinnen* ihren eigenen Texten allein oder auch in der Gruppe.

 

DJ Workshop mit Coline – Auflegen mit Platten

Coline legt selbst seit 2010 auf und gehört mittlerweile zu einer bekannten lokalen, aber auch internationalen Elektro-DJ. Im Workshop ging es um die Technik des Auflegens mit Mp3 und um die eigene Performance als DJ in einer männlich* dominierten Szene. Dabei konnten die Teilnehmerinnen* sich selbst auch an den Decks ausprobieren.

 

Graffiti und Stancil Workshop mit Dasha Zorkina

Da die Künstlerin* Nancy Rohde kurzfristig abgesagt hatte waren wir sehr froh Dasha Zorkina für diesen Workshop zu gewinnen. Dasha leitete die Teilnehmerinnen* dazu an ihre Ideen künstlerisch umzusetzen. Gemeinsam wurden Stancils (Schablonen) erstellt um diese anschließend als Graffity aufzusprühen. Außerdem konnte eine große Plane auf dem Außengelände der scheune künstlerisch gestaltet werden.

 

Workshop zum Umgang mit sexistischen Texten und Performances in der popmusikalischen Arbeit mit Mädchen*

Die beiden Referent*innen Julian Rybarski und Denise Mäckenstock, welche bereits am Vortag auf der Konferenz das Podium bereicherten leiteten in ihrem Workshop eine hitzige Diskussion zum Thema Sexismus an. Der Workshop zielte darauf ab, sexistische oder anders problematische Inhalte von Musik zu erkennen und diese zum Anlass zu nehmen in einen Austausch auf Augenhöhe mit Jugendlichen, insbesondere Mädchen* und junge Frauen* zu treten. Hieran nahmen 21 Personen teil.

 

Nach den Workshops, die teilweise länger dauerten, gab es noch einen Ausklang im Foyer des Seminarraums der scheune Akademie bei gemeinsamen Abendessen.

Insgesamt kamen an diesem Tag 36 Mädchen*, junge Frauen* und Trans für die Workshops auf das Gelände der Dresdner scheune zusammen.

 

 

 

Der musikalische Abschluss

Zum Abschluss tanzten ab 20:00 Uhr sowohl Konferenz- und Workshopteilnehmende als auch Laufpublikum auf dem scheune-Vorplatz zu den Beats von DJane Coline und Loop Motor. Diese Silent Sound Disko war die erste Kopfhörerdisko seit der Eröffnung des neuen Vorplatzes und sorgte für viel Aufsehen bei den Vorbeikommenden und für Begeisterung bei den 120 Gästen.

 

Wir schauen zurück auf eine wunderbare Veranstaltung in angenehmer Atmosphäre, mit tollen Gästen und natürlich auch super Referent*innen und Workshopleiter*innen!