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2010

Projekte

 

  • Fach- und Koordinierungsstelle Mädchenarbeit, -politik und Genderkompetenz
  • Projekt  zur Kooperation Schule-Hort: „Verbesserung des Schulklimas unter Berücksichtigung der Veränderung der Sozialkompetenz und der Genderrelation an der Johannesschule Meißen“ (initiiert, gefördert und begleitet durch das Sächsische Bildungsinstitut).
  • Projekte zur Entwicklung des geschlechtsbewussten und -spezifischen Jugendarbeit in der EURO-Region: „Girls Culture“ Mädchenkulturtage und Fachtag Jugendkultur und Geschlecht für Fachkräfte der Jugendarbeit und vom Bildungsort Schule im Landkreis Görlitz und Luban
  • Geschlechtsbezogene Gesundheitsförderung, Lebenskompetenzförderung und Mädchengesundheit in Kooperation mit der Landesstelle für Gesundheitsförderung Sachsen und der BAG Mädchenpolitik e.V.
  • Projekt zur Implementierung geschlechtssensibler Berufsorientierung im Landkreis Leipzig

 

Inhaltliche Schwerpunktbereiche in 2010:

  1. Weiterentwicklung und Sicherung der geschlechtsbewussten Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen und Sicherung eines tragfähigen Vernetzungs- und Angebotsstruktur für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Schwerpunkt Mädchenarbeit.
  2. Unterstützung der Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit in die Trägerstruktur der Kinder- und Jugendhilfe Sachsen und Begleitung der Fachkräfte bei der Ausbildung von Genderkompetenz  (der geschlechtsbewusste pädagogische Arbeitsansatz).

Dies impliziert einen verstärkten Ausbau der Kooperationen mit den Fachkräften der Jungenarbeit und beginnenden Kooperationen der Bildungsort Schule.

 

1. Schwerpunkt Mädchenarbeit

 

2010 waren Fortbildung und Beratung zur Einführung und Umsetzung von Mädchenarbeit sehr nachgefragt. Die Anfragen zur Mädchenarbeit resultierten zum großen Teil aus den Themenbereichen der Fachtagung zur Mädchenarbeit 2009.

Es fanden mehrere Veranstaltungen im Landkreis Görlitz und Mittelsachsen zur intensiven Auseinandersetzung mit Sozialisationsprozessen, zu aktuellen Themen von Mädchen und zur methodischen Umsetzung geschlechtsbezogener Arbeit statt.

 

Aus der Tagung „Mädchenwelten“ in 2009  ergaben sich weitere thematische Anknüpfungspunkte, die in Fachveranstaltungen mündeten, so in den Bereichen:

 

  • Medienkompetenz: Fachtag geschlechtsbewusste Medienkompetenz am 30.4.2010 in Dresden
  • Einbindung von Mädchen mit Mehrfachbelastungen in die Frauen- und Familienarbeit (Vortrag und Podium im Rahmen der 2. Frauenkonferenz im Landkreis Görlitz im März 2010)
  • der gesundheitspräventiven und sexualpädagogischen Arbeit mit Mädchen: z.B. bundesweite Fachtagung „Mädchengesundheit“ im Oktober 2010 und Workshop „verflixte Schönheit“ – Auseinandersetzung mit Schönheitsidealen, Körperverständnis im Februar 2010

 

Die neue (Wander-)Ausstellung „Mädchenwelten“ der LAG, welche 2009 fertiggestellt wurde, konnte 2010 an drei verschiedenen Orten in Sachsen ausgestellt werden. In Chemnitz nutzte der Arbeitskreis Mädchen Chemnitz die Ausstellung, um Mädcheninteressen in die Öffentlichkeit zu transportieren. 

 

Begleitung der regionalen Netzwerke: Arbeitskreise der Mädchenarbeit

 

Im Rahmen der Begleitung der RAK’s erfolgte neben der fachliche Bildung, Beratung und Begleitung auch eine Begleitung zur Umsetzung mädchen- und jugendpolitischer Strategien, u. a.:

  • Chemnitz: Überarbeitung des Selbstverständnisses des Arbeitskreises; strategische Planung zur Ausgestaltung der Kooperation mit dem AK Jungenarbeit in Chemnitz
  • Leipzig: einrichtungsübergreifende Projekte für Mädchen (Futurebox, Röck’n’Roll – Mädchen fahren Rad!); Fachaustausch zu Mädchen mit Migrationshintergrund
  • Sächsische Schweiz/ Osterzgebirge: Bedarfsermittlung von geschlechtsbezogenen Angeboten für Mädchen und Jungen im Landkreis; Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur geschlechtsbewussten Jugendarbeit
  • Leipziger Landkreis: Aufbau und Beginn eines Projektes zur geschlechtsbewussten Berufsorientierung
  • Dresden: Klausur zu Lebenslagen von Mädchen in Dresden und Beginn der Erarbeitung eines Lebenslagenberichtes; Organisation der Rahmenveranstaltung anlässlich des Girlsday; Initiierung eines Newsletters für Politiker_innen und Vertreter_innen der kommunalen KuJH
  • Meißen: Beratung zur geschlechtsbewussten Arbeit mit Mädchen und Jungen und zur Durchführung des Girls Day
  • Görlitz: Vorbereitung und gemeinsame Durchführung der 4. Mädchenkulturtage „Girls Culture“; Fachaustausch Mädchen in der Adoleszenzphase

In Folge der o.g. Fachtagung wurde 2010 ein Netzwerktreffen der regionalen Arbeitskreise (wieder) einberufen, welches auf eine stärkere Vernetzung, überregionalen Fachaustausch und zur Stabilisierung und Unterstützung der Mädchenarbeit vor Ort zielte.

 

Angebote für Mädchen

 

Auch in 2010 führte die Fachstelle wieder Veranstaltungen mit Mädchen und jungen Frauen in Kooperation mit Partner_innen vor Ort durch:

 

  • Dritte landesweite Mädchenkulturtage „Girls Culture“ 15. bis 17. Oktober 2010 [Girls Culture 2010 Dokumentation]
  • Organisation und Durchführung des Leipziger Mädchencamps „Reise durch die Jahrhunderte“ vom  28. bis 30.07.2010
  • Girlscamp Sexualpädagogik mit WenDo vom  8. bis 12. Februar 2010

 

Die direkte, praktische Arbeit mit Mädchen sichert der Fachstelle den Kontakt zur „Hauptzielgruppe“ mit ihren aktuellen Lebens- und Problemlagen und die Weiterentwicklung geschlechtsspezifischer Methodik und Didaktik.

 

2. Schwerpunkt Genderkompetenz / Gender Mainstreaming

 

Der Bedarf der Fachkräfte an Beratung und Begleitung bei der Einbindung der Genderperspektive in die alltägliche Arbeit  wurde in 2010 weiterhin sichtbar. Die Fachstelle erhielt zahlreiche Anfragen von Trägern und Projekten (z.B. Parität, DKSB OV Zittau und Projekte der Mobilen Jugendarbeit) für eine prozessbegleitende Beratung und Weiterbildung in den Bereichen der geschlechtsbewussten Pädagogik, der Umsetzung von Gender Mainstreaming und dem Erwerb von Genderkompetenzen.

Inhaltlich lag der Schwerpunkt vor allem auf Aspekten der geschlechtsbewussten Arbeit in koeduktativen Settings und dem Cross Work, der Reflexion eigener Biografien und der Vermittlung und Erprobung methodischer Ansätze der geschlechtsspezifischen Arbeit (u.a. über Körperarbeit; medienpädgogischer Ansätze, jugendhilfeplanerische Prozesse).

 

Aus den Modellprojekten der LAG Mädchen und junge Frauen und der LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen sind Erfahrungen zusammengeflossen, welche zeigen, dass nur durch eine kontinuierliche und prozessbegleitende Fortbildung die Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit und der Erwerb von Genderkompetenz erreichbar ist. Die personellen Ressourcen der Fachstellen sind jedoch nicht geeignet, dies bei verschiedenen Trägern in allen Leistungsfeldern der KuJH in Sachsen umzusetzen. Zur weiteren Beförderung, des 6. Bildungsziels der überörtlichen Jugendhilfeplanung 2010 – 2014 GESCHLECHTERGERECHTIGKEIT, konzipierten und beantragten wir in 2010 die Berufsbegleitende Weiterbildung zur/ zum Gendertrainer_in. Die Fortbildungsteilnehmer/innen werden befähigt, eine eigene Professionalität in dem Themenfeld der Mädchenarbeit, der Jungenarbeit und der Genderkompetenz zu entwickeln. Ziel ist weiterhin, dass die Trainer_innen nach der zweijährigen Ausbildung in ihren Regionen selbst Beratungen und Fortbildungen anbieten können. Damit wird gewährleistet, dass vermittelte Genderthemen nachhaltig in die Regionen ausstrahlen. 

 

Veröffentlichungen

 

Eigenverlag:

 

Die Kürzung der sächlichen Kosten von 25 auf 17 % der Personalkosten hatten zur Folge, dass Sachmittel für eine Veröffentlichung (regelmäßige Schriftenreihe der LAG) nicht mehr zur Verfügung standen.

 

Fachartikel in anderen Veröffentlichungen/Zeitschriften der Sozialen Arbeit

 

Kruschwitz, Simone: Lebenskompetenz und die Wirkung der Kategorie ‚Geschlecht’ im: Newsletter der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V. „Gesund aufwachsen“, Themenheft Förderung von Lebenskompetenz. Dresden, September 2010

 

Kruschwitz, Simone: Wie und warum das Geschlecht mitdenken. in: Handbuch für Elternvertreter (Hrsg. Landeselternrat)

 

Sonstige Produkte:

 

Erstellung einer Gender-Mediathek zur Nutzung von Spielfilmen im Rahmen von pädagogischer Arbeit. Die Mediathek wurde Anfang 2011 online gestellt.

 

Im Rahmen eines Workshops der Mädchenkulturtage „Girls Culture“ wurden Interviews zu den Zukunftsvorstellungen von Mädchen und  zu beruflichen Karieren von bereits erwachsenen Frauen aufgenommen und zu einem Kurzfilm zusammengestellt. Diese wurde in deutscher und polnischer Sprache veröffentlicht und entspricht damit dem europäischen Gedanken des grenzüberschreitenden Denken, Kommunizieren und des Planens. Der entstandene Film soll nicht nur in Jugendzentren und Schulen gezeigt werden sondern auch im Rahmen von Jugendhilfeplanungsprozessen Anstöße für die Entwicklung in der Region liefern. Den Politiker_innen und der administrativen Seite wurden damit die Wünsche und Erwartungen von Mädchen und jungen Frauen näher gebracht.

Kontakt

Königsbrücker Str. 62
01099 Dresden
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