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2011

Projekte

 

  • Fach- und Koordinierungsstelle Mädchenarbeit, -politik und Genderkompetenz
  • Projekt zur Implementierung geschlechtssensibler Berufsorientierung im Landkreis Leipzig
  • Berufsbegleitende Weiterbildung zum/ zur Gendertrainer_in. Fortbildung in geschlechtsbewusster Pädagogik, Mädchenarbeit und Jungenarbeit

 

Inhaltliche Schwerpunkte in 2011

 

Schwerpunkt Mädchenarbeit

 

Im Bereich der Mädchenarbeit ist unser Schwerpunkt in 2011 weiterhin die Fachkräftefortbildung gewesen. Ziel war die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe stärker für geschlechtsbewusste Arbeit mit Mädchen zu sensibilisieren und auf Mädchenthemen und -interessen, sowie ihre Konflikt- und Problemlagen hinzuweisen. Realisiert wurde dies im Rahmen unseres regionalen Bildungskataloges. Die Module „Mädchen im Blick. Basis und Praxis der Mädchenarbeit“ und „Zickenalarm?! Umgang mit Konflikten und Mobbing“ wurden in Plauen und in Freiberg angeboten.

 

Mit dem Fachtag „Feminismus und Mädchenarbeit – Duell oder Duett?“ trug die LAG Mädchen ihren Teil zu der aktuellen Feminismusdebatte in Deutschland bei und ermöglichte es Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen und Praktikerinnen in aktiven Austausch zu treten. Der Fachtag griff die Frage auf, wie sich die Mädchenarbeit in Sachsen seit ihren Anfangsjahren verändert hat. Er zielte die Weiterentwicklung der Mädchenarbeit unter dem Blickpunkt eines Generationendialoges zwischen sogenannten „Altfeministinnen“ und jungen Sozialpädagoginnen. Interessierten konnten sich über pädagogische Ansätze, theoretische und politische Hintergründe der Mädchenarbeit diskutieren und so auch das eigene berufliche Selbstverständnis schärfen. Die Fachstelle veröffentlichte zum Thema des Fachtages eine Schriftenreihe, welche über Sachsens Grenzen hinaus häufig bestellt wurde. Die Podiumsdiskussion wurde im Lokalradio Leipzig (Radio blau) ausgestrahlt und mit Hörer_innen diskutiert.

 

Die Begleitung und die aktive Mitarbeit in den Regionalen Arbeitskreisen der Mädchenarbeit war der zweite große Schwerpunkt zur Stärkung, Sicherung und Weiterentwicklung der Mädchenarbeit in Sachsen. So arbeiteten wir  beispielsweise im Förderkreis Dresden an der Erstellung des ersten Lebenslagenberichtes „Mädchen und junge Frauen in Angeboten der Dresdner Kinder- und Jugendhilfe. Lebenslagen – Tendenzen – Empfehlungen“ mit, welcher im Rahmen der Dresdner Frauengespräche der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus dem Bericht wurden im Jugendhilfeausschuss vorgetragen und diskutiert.

 

Die (Wander-)Ausstellung „Mädchenwelten“ der LAG, wurde 2011 in Colmnitz im Begegnungszentrum Hilda e.V. ausgestellt. In Veranstaltungen rund um die Ausstellung nutzten die Fachkräfte die Exponate, um Mädchenthemen und -interessen in die Öffentlichkeit zu transportieren. Zusätzlich wurde die Ausstellung in Dresden im Rahmen der Benefizveranstaltung des Lions Club für den Mädchentreff Lucy, welcher an der Erstellung der Ausstellung beteiligt war, ausgestellt.

 

Schwerpunkt Genderkompetenz / Gender Mainstreaming

 

Der Bedarf der Fachkräfte an Beratung und Begleitung bei der tatsächlichen Einbindung der Genderperspektive in die alltägliche Arbeit wurde in 2011 weiterhin sichtbar. Die Fachstelle erhielt auch Anfragen für eine mehrtätige, prozessbegleitende Beratung bzw. Weiterbildung in den Bereichen der geschlechtsbewussten Angebotsgestaltung und dem Erwerb von Genderkompetenzen (z.B. Kinder- und Jugendhaus Louise in Dresden).

 

Inhaltlich lag der Schwerpunkt bei den Anfragen vor allem auf Aspekten der geschlechtsbewussten Arbeit in koeduktativen Settings und Cross Work. Im Rahmen von Mentoringprogrammen in Sachsen (z.B. Impuls Regio im Dreiländereck und MENTOSA) waren geschlechtsbewusste Berufsorientierung, genderreflektierte Studien- und Berufswahl sowie Genderkompetenzen in  Führungspositionen.

 

In 2011 wurden erneut zwei Workshops im Rahmen des Programms „Stärken vor Ort“, diesmal zum Thema geschlechtergerechte Sprache und Kommunikation von Frauen und Männern, durchgeführt. Durch diese Workshops erreichten wir Fachkräfte aus kleineren Projekten/ Trägern in ländlichen Regionen, die bisher wenig oder keinen Zugang zu Genderthemen hatten.

 

Seit dem „Projekt zur Implementierung von Gender Mainstreaming in freie tätige Träger der überörtliche Jugendhilfe, gefördert nach §§ 11-14“ (2005-2008) hat die Fachstelle die Einführung von Gender als Querschnittsthema in die Praxis der Mobilen Jugendarbeit in Sachsen begleitet. Es fanden viele Fortbildungs- und Beratungsprozesse in mobilen Projekten statt und Genderkompetenz wurde als Schlüsselkompetenz in die Fachstandards der mobilen JA in Sachsen aufgenommen. Inzwischen gibt es diesem Bereich viele Jugendarbeiter_innen die selbst Fortbildungen zu Genderthemen anbieten. Seit 2009 hat daher die Fachstelle ihren Focus mehr auf den Bereich der Hilfen zur Erziehung gerichtet, weil die Anfragen und gemeldeten Bedarfe im diesem Bereich stark anstiegen. 2011 konnte nun in Kooperation mit der LAG Jungen (Antragsteller) und einer großen Unterstützung von Akteur_innen aus den HzE ein Fachtag geplant und durchgeführt werden.

 

Mit dem Projekt „Berufliche Weiterbildung zum/ zur Gendertrainer_in“ begann 2011 die bisher größte Fortbildungsreihe der Fachstelle. Insgesamt 14 Teilnehmende (8 Frauen und 6 Männer) werden über 1 ½ Jahre in 7 Modulen zu folgenden Themen geschult:

 

  • Bagger oder Puppe? Mädchen und Jungen im Blick
  • Ich und Ich – geschlechtsreflektierende Biografiearbeit
  • Mädchenarbeiterin meets Jungenarbeiter – Mädchenarbeit, Jungenarbeit, Crosswork und reflexive Koedukation
  • Praxis – ich in meiner Arbeit, Konzeptentwicklung und Praxisreflexion
  • Methodentraining in geschlechtsspezifische Themen wie Gewalt, Aggression, Sexualpädagogik, Berufsorientierung und Lebensplanung
  • Train the trainer – Fortbildnerkompetenzen und Organisation von Fortbildungen
  • Abschlussfachtag der Teilnehmenden mit Präsentationen

 

Wir wollen die Fortbildungsteilnehmer/innen befähigen, eine eigene Professionalität in dem Themenfeld der Mädchenarbeit, der Jungenarbeit und der Genderkompetenz zu entwickeln. Ziel ist es, dass die Trainer_innen nach der zweijährigen Ausbildung in ihren Regionen selbst Beratungen und Fortbildungen anbieten können.

 

Damit wird gewährleistet, dass  vermittelte Genderthemen nachhaltig in die Regionen ausstrahlen.  Die Absolvent/innen werden auch nach ihrer Weiterbildung von der LAG Mädchen und junge Frauen in Sachsen e.V. und der LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen e.V. weiter fachlich begleitet. Das  Netzwerk von Gendertrainern wird über verschiedene Medien der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

 

Begleitung der Regionalen Arbeitskreise der Mädchenarbeit (RAK)

 

Im Rahmen der Begleitung der RAK’s erfolgte neben der fachliche Bildung und Beratung auch eine Begleitung zur Umsetzung mädchen- und jugendpolitischer Strategien, u. a.:

 

  • Chemnitz: Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Projekte „Mädchenfahrt“, „4. Mädchensporttag“ und „Mädchenbrunch G(k)abelspaghetti" im Rahmen des Weltnudeltages
  • Leipzig: Verabschiedung der überarbeiteten Grundsätze des AK Mädchen Leipzig, Zuarbeit zum Fachplan für Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Leipzig
  • Sächsische Schweiz/ Osterzgebirge: Mädchen und Jungen im Ehrenamt, Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für den Landkreis
  • Landkreis Leipzig: strukturelle Verankerung einer geschlechtsbewussten Berufsorientierung mit den Netzwerkpartner_innen Schule, Wirtschaft, Eltern
  • Dresden: Veröffentlichung und Präsentation des Lebenslagenberichts "Mädchen und junge Frauen in Angeboten der Dresdner Kinder- und Jugendhilfe", Organisation der Rahmenveranstaltung anlässlich des Girls´ Day; regelmäßige Newsletter für Politiker_innen und Vertreter_innen der kommunalen KuJH sowie Interessierte
  • Meißen: Durchführung des Girls´ Day
  • Görlitz: Gemeinsame Organisation und Durchführung der „MÄDCHENTOUR 2011“ – thematische Aktionstage für Mädchen an verschiedenen Orten im Landkreis Görlitz

 

Aufgrund vieler Anfragen bezüglich praktischer Mädchenarbeit aus der Stadt und dem Landkreis Bautzen, hat die Fachstelle ein Treffen der interessierten Frauen/ Projekte organisiert. Im März 2011 gründete sich daraufhin der Arbeitskreis Mädchenarbeit im LK Bautzen.

 

In Folge des Netzwerktreffens 2010 fand in 2011 eine Folgeveranstaltung statt, zu welcher wieder die Mitfrauen der regionalen Arbeitskreise eingeladen wurden. Die Netzwerktreffen dienen der stärkeren Vernetzung der Fachfrauen der Mädchenarbeit, dem überregionalen Fachaustausch und der Stabilisierung und Unterstützung der Mädchenarbeit vor Ort. Die Hauptthemen in diesem Jahr waren die Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit und eine stärker überregionale Zusammenarbeit und zielten auf die Bündelung der knappen regionalen Ressourcen im Land.

 

Projekte und Veranstaltungen in Kooperation

 

Mitarbeit im Projektbeirat – Kooperation mit der AGJF

Seit März 2011 ist die LAG Mädchen im Projektbeirat des Modellprojektes „Mut vor Ort. Arbeit mit Rechten, Jungen und Mädchen“ im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ tätig. Das dreijährige Modellprojekt arbeitet inhaltlich am Themencluster „geschlechtsreflektierende Arbeit mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen“. Dabei werden Fachkräfte an mehren Standorten über einen längeren Zeitraum unter diesem Focus begleitet.

 

Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Bildungsinstitut

Seit vier Jahren kooperieren wir und die LAG Jungen mit dem SBI im Modellvorhaben des SMK „Gender Mainstreaming in Schule“. 2011 wurden die Ergebnisse der Modellprojekte gemeinsam ausgewertet und strategische Schritte zur Verstetigung des Themas in der Kooperation mit dem Bildungsort Schule geplant und durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Meißen wurden die Ergebnisse auf dem Fachtag „Schlaue Mädchen – dumme Jungen? Kooperation von schulischer- und außerschulischer Bildung für eine geschlechtssensible Arbeit mit Mädchen und Jungen“ Vertreter_innen aus Politik, Lehrer_innen- und Elternverbänden sowie Interessierten präsentiert und gemeinsam weitergedacht.

 

Zusammenarbeit mit Gleichstellungsbeauftragten

Auf dem Treffen der Gleichstellungsbeauftragten der Regierungsbezirke Dresden und Leipzig wurden die Ziele und Schwerpunkte unserer Arbeit in 2011 vorgestellt und Bedarfe aus der Sicht der Gleichstellungsbeauftragten eruiert.

Bei der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten vertrat Katja Demnitz die Fachstelle Mädchenarbeit und Genderkompetenz. Bei dem Treffen wurden Strategien der zukünftigen Gleichstellungspolitik in Sachsen besprochen und daraus aktuelle Handlungsbedarfe abgeleitet.

 

Zusammenarbeit mit der PONTES-Agentur Modellprojekt „Impuls Regio“

Das einjährige Modellprojekt befasste sich mit der Entwicklung von methodischen Ansätzen der geschlechtssensiblen Berufsorientierung in den für den LK bedeutsamen Zukunftsbranchen Gesundheits- und Sozialwirtschaft und Energiewirtschaft. Dabei wurde ein Mentoring-Programm entwickelt, welches junge Frauen und Männer Entwicklungswege in ihrer Region – auch in „frauen- bzw. männeruntypischen Berufen“ aufzeigt. Als Kooperationpartnerin des Modellprojektes „Impuls Regio“ unterstützte die Fachstelle das Projekt durch die Beratung der Projektleitung in der Konzeptionsphase, Beiträge in der Auftaktveranstaltung und Genderfortbildung für die Mentor_innen während der Durchführung des Projektes.

 

Zusammenarbeit mit Hochschulen

Im Rahmen des Programms „Mentosa – Mentoring Netzwerk Sachsen“ der Hochschule Mittweida, Technische Universität Chemnitz, Universität Leipzig (Zentrum für Frauen und Geschlechterforschung sowie Medizinische Fakultät), Westsächsische Hochschule Zwickau, Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig führte die Fachstelle Tagesworkshops zur genderbezogene Weiterbildungen der Meentes zu den Themen „Gender Mainstreaming“ und „Was bin ich? Was kann ich? Wo will ich hin? – Gender, Persönlichkeiten und Karriereplanung“ durch.

 

Veröffentlichungen

 

Eigenverlag

 

Die LAG veröffentlichte in 2011 die Schriftenreihe 26 „Feminismus und Mädchenarbeit – Duell oder Duett? Neue Impulse für eine zeitgemäße und bedarfsgerechte Mädchenarbeit in Sachsen“. Die Fachbeiträge geben nicht nur Einblicke in das Arbeitsfeld der Mädchenarbeit, sondern bieten die Grundlage für weiteren Austausch. Es geht um Fragen des grundlegenden Selbstverständnisses von Fachfrauen in der Arbeit mit Mädchen und Themen wie  gesellschaftliche Entwicklungen und aktuelle Geschlechterkonstrukte werden darin diskutiert.

 

Fachartikel in anderen Veröffentlichungen/Zeitschriften der Sozialen Arbeit

 

  • Corax Ausgabe 6 / 2011, S. 9 „Mädchen, Jungen und ihre Welten. Reflexion eines Fachtages zur Bedeutung des Geschlechterbezugs in den (stationären) Hilfen zur Erziehung“
  • Corax Ausgabe 4 / 2011, S. 10 „Stellungnahme und „Traueranzeige“ der LAG Mädchen und junge Frauen in Sachsen e. V. zur Entscheidung des langjährigen Kooperationspartners Sächsische Landjugend e. V.“

 

Katrin Schröter-Hüttich ist in der Redaktion der Newsletter des Förderkreises Mädchen und junge Frauen Dresden tätig. Beiträge der Bildungsreferentinnen in 2011 waren:

  • 1. Newsletter „Es ist wieder soweit – Girl’s Day 2011“, S. 3
  • 3. Newsletter „MädchenZeit – Resümee zu Fachtagen der LAG Mädchen und junge Frauen“, S. 4-5

 

Ausstellung Mädchenwelten

 

Die (Wander-)Ausstellung „Mädchenwelten“ der LAG, wurde 2011 in Colmnitz im Begegnungszentrum Hilda e.V. ausgestellt. In Veranstaltungen rund um die Ausstellung nutzten die Fachkräfte die Exponate, um Mädchenthemen und -interessen in die Öffentlichkeit zu transportieren. Zusätzlich wurde die Ausstellung in Dresden im Rahmen der Benefizveranstaltung des Lions Club für den Mädchentreff Lucy, welcher an der Erstellung der Ausstellung beteiligt war, ausgestellt.

Kontakt

Königsbrücker Str. 62
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