Link verschicken   Drucken
 

1994

Die Koordinierungsstelle der Landesarbeitsgemeinschaft ist anfangs strukturell an das Sächsische Frauenforum angebunden. Im Laufe des Jahres wird die Gründung eines Trägervereins beschlossen. Die Satzung des „Verein zur Förderung von Mädchen und jungen Frauen in Sachsen" e.V. wird am 28.10.1994 verabschiedet. In der Folgezeit ist die LAG „Mädchen und junge Frauen" in einer Doppelstruktur organisiert: Diese besteht auf der einen Seite aus der Landesarbeitsgemeinschaft verschiedener freier und öffentlicher Träger, welche die Anerkennung als AG nach § 78 KJHG anstrebt. Auf der anderen Seite steht der eingetragene Verein, welcher freier Träger der Jugendhilfe wird und somit die Möglichkeit zur finanziellen Förderung erhält.

 

 

Am 15. September findet in Chemnitz der Treffpunkt „F" statt. Vertreterinnen von Frauen- und Mädchenprojekten stellen einander ihre Arbeitsansätze vor und beratschlagen zu Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Die Teilnehmerinnen erarbeiten mädchenpolitische Forderungen:

 

  • Mädchenarbeit als Querschnittsaufgabe in allen ministeriellen Bereichen und Förderprogrammen,

 

  • reale Lebensbedingungen, Bedürfnisse und Interessen von Mädchen und jungen Frauen als Ausgangspunkt für die Erarbeitung der Sächsischen Ausführungsbestimmungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes,

 

  • Schaffung und Ausbau von Schutzräumen gegen Gewalt,

 

  • die Gewährleistung der Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf durch familienfreundliche Arbeitzeiten für Mütter und Väter und weitere staatliche Unterstützungsmaßnahmen,

 

  • eine gezielte, auch materielle, Unterstützung junger Frauen bei der Integration in den Arbeitsmarkt nach Beendigung einer außerbetrieblichen Ausbildung und

 

  • die paritätische Besetzung von Kontroll- und Entscheidungsgremien.

 

Diese Forderungen werden vom anwesenden Sächsischen

Ministerpräsidenten, Kurt Biedenkopf als überzogen abgewehrt.

 

Die LAG führt am 2.12. 1994 den 1. Mädchenforschungstag in Sachsen zur Thematik „Probleme bei der beruflichen Integration von Mädchen und jungen Frauen" durch.


Frau Dr. Heide Funk benennt in ihrem Referat „Probleme bei der beruflichen Integration von Mädchen und jungen Frauen" die Diskrepanz zwischen Wünschen und verändertem Selbstbild auf der einen und den realen Verwirklichungschancen auf der anderen Seite, welche sich insbesondere für Mädchen immer mehr verschärft.


Und sie verweist auf das dramatische Absinken des Anteils junger Frauen an der Gesamtzahl von Auszubildenden, insbesondere in betrieblichen Ausbildungsgängen. Zwischen 1989 und 1994 sank dieser von 41 auf 16%.

 

 

Veröffentlichungen:

 

Schriftenreihe Theorie und Praxis der Mädchenarbeit Teil 2: „1.Mädchenforschungstag der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen und junge Frauen in Sachsen". Dokumentation zur Tagung. 1994

Kontakt

Königsbrücker Str. 62
01099 Dresden
0351 / 56362850
0351 / 56362854