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2009

Projekte

 

  • Fach- und Koordinierungsstelle Mädchenarbeit, -politik und Genderkompetenz
  • Projekt  zur Kooperation Schule-Hort:  „Verbesserung des Schulklimas unter Berücksichtigung der Veränderung der Sozialkompetenz und der Genderrelation an der Johannesschule Meißen“ ( initiiert, gefördert und begleitet durch das Sächsische Bildungsinstitut).
  • Projekt: „Mädchenwelten – Eine (Wander-)Ausstellung von und mit Mädchen aus Sachsen“ (gefördert über das Sächsische Staatsministerium für Soziales und der Landeshauptstadt Dresden, Drucksachen und Sachbericht beiliegend)
  • Projekt: Publikation der Broschüre „Alle im Blick?! Gender (Mainstreaming) Kompetenz in der Kinder- und Jugendhilfe. Ein Praxisbeispiel“ (gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Exemplar und Sachbericht beiliegend)

 

Inhaltliche Schwerpunkte 2009:

 

Der Focus lag in Angeboten zum fachlichen Austausch, Beratung und Bildung mit Fachkräften/Multiplikatoren zu Mädchenarbeitsansätzen und zur Umsetzung von Genderkompetenz/ Geschlechtergerechtigkeit und in einem breit angelegten mädchenpolitischen Engagement.

 

Mädchenarbeit

 

Mädchenwelten . Fachtagung zur Mädchenarbeit in Sachsen

 

Im Jahr 2009 lag das Gewicht, stärker als in den Jahren zuvor, in der Stärkung der Mädchenarbeit und Mädchenpolitik.  In Folge der Auswertung der Mitgliederversammlung 2008 trafen sich Frauen der Fachstelle und Mitgliedsfrauen der LAG, um die Fachtagung zur Mädchenarbeit in Sachsen und den 16. Geburtstag der LAG vorzubereiten. So planten und veranstalteten wir vom 30.9. bis zum 2.10.2009 die Fachtagung zur Mädchenarbeit in Sachsen, umrahmt von einer neuen Wanderausstellung „Mädchenwelten“. Es nahmen mehr als 100 Pädagoginnen und Studentinnen an den drei Tagen teil. Alle parallel angebotenen Workshops zu den Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen heute, zu (alten und neuen) Arbeitsansätzen der Mädchenarbeit und zu strukturellen belangen von Mädchenarbeit waren gleichermaßen hoch nachgefragt. Zur Eröffnung am 30.9. wurde die Arbeit der LAG Mädchen des Weiteren durch das Ministerium für Soziales, durch die neue Staatssekretärin Andrea Fischer, durch den Fachvortrag von Prof. Ulrike Gräßel und durch Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik in hohem Maße gewürdigt. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass alle Beiträge an diesen drei Tagen die hervorragende Arbeit der Arbeitskreise, der Projekte der Mädchenarbeit  und der Landesfachstelle würdigten und das Erfordernis von Mädchenarbeit betonten. Die Würdigung der Arbeit der LAG Mädchen und der Mädchenprojekte  erfolgte auch noch im weiteren Verlauf des Jahres u.a. zur Abschlussfachtagung des Modellprojektes Jungenarbeit durch den Landtagsabgeordneten Lars Rohwer.

 

Berufsorientierung/Lebensplanung

 

Sabine Grimm verfolgte diesen Schwerpunkt bis zu ihrem Ausscheiden aus der Fachstelle im Mai 2009. U.a. leitete sie eine Workshop und veröffentlichte im Rahmen einer Fachtagung zur geschlechtsbezogenen Berufsorientierung im Landkreis Bautzen, welche im Auftrag von der Leitstelle für Frau und Mann von der Landesstelle zur Frauenbildung und Projektentwicklung veranstaltet wurde.

Katja Demnitz übernahm dieses Arbeitsfeld im Mai 2009 und begann das Thema Berufsorientierung/Lebensplanung für Mädchen im Landkreis Leipzig anzubahnen bzw. aufzubauen.  2010 soll es weitere  Entwicklungen und Umsetzungen von diesem oder weiterer Projekte an regionalen Standorten mit fehlender Infrastruktur für Mädchen und junge Frauen geben.

 

Demokratieförderung/ gegen Rechtsextremismus

 

Die LAG wurde 2009 weiterhin in Sachsen demokratiebildend wirksam. S. Kruschwitz referierte und moderierte in zwei Landesdirektionen zu Veranstaltungen der Gleichstellungsbeauftragten, die ganz konkret „Mädchen und Frauen im rechtsextremen Spektrum“ in den Blick nahmen und nach Handlungsstrategien suchten. Die LAG mit ihrer Fachstelle steht aufgrund des vom Freistaat geförderten Projektes 2005/2006,  bundesweit mit an erster Stelle im Rahmen der Bekämpfung von Rechtsextremismus und der Involviertheit von Mädchen und Frauen. So kann eingeschätzt werden, dass das gesellschaftspolitisch brisante Thema „die Geschlechterproblematik in der Arbeit gegen Rechtsextremismus und mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen“  ist auf der Bundesebene und im Land Sachsen angekommen. S. Kruschwitz war aufgrund der Befassung mit dem Thema in den letzten Jahre zu zwei Bildungsveranstaltungen außerhalb des Freistaates eingeladen (Landeskirche Thüringen/Sachsen-Anhalt und Koordinierungsstelle Mädchenarbeit Brandenburg).

 

Begleitung der regionalen Netzwerke: Arbeitskreise der Mädchenarbeit

 

Außer den schon bestehenden Arbeitskreisen gründete sich 2008 ein neues regionales  Netzwerk, d.h. eine neue Fachgruppe Pirna/Osterzgebirge/Sächsische Schweiz in der Mädchenarbeits- und der Jungenarbeitsansatz gemeinsam diskutiert und im Landkreis befördert werden. Die Fachstelle begleitete das Netzwerk 2009 mit fachlichen Impulsen in Weiterbildungen.

Zudem wurde im Rahmen des „Projekt(es) zur Implementierung geschlechtssensibler Berufsorientierung im Landkreis Leipzig“ ein neuer Arbeitskreis gegründet. Die Mitglieder weisen eine große strukturelle Breite auf.  Die Aktivitäten unseres Mitgliedes Wegweiser e.V. Borna und einzelner offener Treffs wurden damit wieder neu belebt und unterstützt durch das Landratsamt und die Schulbehörde. Der Arbeitskreis möchte  die  regionale Vernetzung von Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Schulsozialarbeit und der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis befördern.

 

Genderkompetenz/ Gender Mainstreaming

 

Der Bedarf der Fachkräfte an Beratung und Begleitung bei der tatsächlichen Einbindung der Genderperspektive in die alltägliche Arbeit  (v.a. nach geschlechtsbezogenen pädagogischen Arbeitsansätzen) wurde in 2009 weiterhin sichtbar. Die Fachstelle erhielt viele Anfragen von Trägern und Projekten (z.B. Parität, DKSB OV Zittau und Projekte der Mobilen Jugendarbeit) für eine prozessbegleitende Beratung und Weiterbildung in den Bereichen der geschlechtsbewussten Pädagogik, der Umsetzung von Gender Mainstreaming und dem Erwerb von Genderkompetenzen. Inhaltlich lag der Schwerpunkt vor allem auf Aspekten der geschlechtsbewussten Arbeit in koeduktativen Settings und dem Cross Work, der Reflexion eigener Biografien und der Vermittlung und Erprobung methodischer Ansätze der geschlechtsspezifischen Arbeit. Ein besonderer Focus der Fachstelle war die weitere Implementierung des Geschlechteransatzes im Bereich der Mobilen Jugendarbeit in Sachsen. In der Kooperation mit dem LAK Mobile Jugendarbeit wurde versucht, die Ergebnisse des modellhaften Projektes „Implementierung von Gender Mainstreaming in die Träger der überörtlichen Kinder- und Jugendhilfe“ nachhaltig zu sichern. Nach der Einbindung der Geschlechterperspektive in die Fachstandards der Mobilen Jugendarbeit planten wir einen Fachtag mit dem Ziel die Standards fachlich/ inhaltlich zu untersetzen. Aufgrund weniger Anmeldungen fand der Fachtag 2009 nicht statt. Stattdessen wurden jedoch einzelne Projekte in Inhousefortbildungen geschult. Auf der Landesebene entschlossen wir uns für einen neuen Weg und planten Fortbildungen in den Regionalen Arbeitskreisen der Mobilen Jugendarbeit. Die innovativen Ergebnisse  der Umsetzung der Genderperspektive in den Säulen der Mobilen Jugendarbeit wurden auf der 24. Bundesweiten Streetwork-Tagung durch den geschäftsführenden Bildungsreferenten T. Küchler und K. Schröter-Hüttich vorgestellt.

Zusätzlich konnten die Ergebnisse des modellhaften Projektes in der geplanten Arbeitshilfe publiziert werden. In unserer Bildungsarbeit können wir so der Öffentlichkeit und im speziellen unseren Teilnehmenden Umsetzungsbeispiele und methodische Ansätze der projekt- bzw. trägerbezogenen Umsetzung von Gender und GM zur fachlichen Anregung mitgeben.

 

Angebote und Begleitung zu den Themen der Mädchen und jungen Frauen, Mädchenangebote

 

Mädchenkultur und Identitätsstärkung von Mädchen

 

In 2009 fanden bereits zum dritten Mal erfolgreich die 3. landesweite Mädchenkulturtage “Girls-culture” in Chemnitz (25.09.-27.09.09) statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Arbeitskreis Mädchen und der Gleichstellungsbeauftragten vorbereitet und durchgeführt.

Des Weiteren beteiligte sich Katja Demnitz  am 11. Leipziger Mädchencamp. Sie begleitete das Camp als Fachfrau und unter dem Analyseblick der Gültigkeit der Empfehlungen zur Mädchenarbeit von 2000 und unter dem Aspekt der Nachhaltigkeitssicherung von Mädchenprojekten für andere Träger und Netzwerke. Ihr Fazit ist in der Schriftenreihe der LAG (ehemals Rundbrief) Ausgabe 25 nachzulesen.

 

Mädchen und Jungen

 

Im Rahmen der Einbindung  der LAG Mädchen in das Modellprojekt des Sächsischen Bildungsinstitutes (SBI) brachten sich Katja Demnitz und Simone Kruschwitz in verschiedenen Bildungsveranstaltungen am Bildungsort Schule ein und ermöglichten Mädchen und Jungen Entwicklung von Möglichkeiten um Geschlechtergerechtigkeit erfahrbar werden zu lassen (Mädchenkonferenzen, geschlechtsbewusste Berufsorientierung in Klasse 4). In  2010 soll die unmittelbare Arbeit mit Mädchen und Jungen ab Klasse 5 im Rahmen des Schulprojektes Geschlechtergerechtigkeit/Demokratie/Toleranz im Rahmen von Projektwochen erfolgen. Kooperationspartner sind der LV Sächsische Landjugend e.V. und die LAG Jungen- und Männerarbeit in Sachsen e.V.

Aus der Mitarbeit im Kinder- und Jugendring Sachsen ergab sich die Anfrage nach der geschlechtergerechten Umsetzung der JULEICA. S. Kruschwitz erprobte in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendring „Zwickauer Land“ die Einbindung des Gender Aspektes in die Ausbildung der Ehrenamtlichen.

 

Mädchenpolitik

 

Auf jugendpolitischer Ebene ist die Aufnahme des Bildungszieles Geschlechtergerechtigkeit/Genderkompetenz  im Rahmen der überörtlichen Jugendhilfeplanung 2010-2014 als großer Erfolg zu sehen. Das war auch der Höhepunkt der Arbeit im Landesjugendhilfeausschuss.  Damit wurde die Arbeit des Modellprojektes der LAG Mädchen in Koop. mit der Sächsischen Landjugend gewürdigt und Voraussetzungen für eine Implementierung ins Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe vorbereitet. Ansonsten brachte sich Simone Kruschwitz in die Sitzungen des Grundsatzausschuss durch kontinuierliche Mitarbeit in verschiedenen Unterausschüssen und bei der Erarbeitung der Qualitätskriterien der Jungenarbeit konstruktiv ein. 

 

Veröffentlichungen

 

Eigenverlag:

 

  • Schriftenreihe zur Mädchenarbeit und Genderkompetenz in Sachsen Nr. 25 mit dem Schwerpunktthema: „Mädchenwelten“ – 20 Jahre Mädchenarbeit in Sachsen.
  • Jüttler-Krause, Grit; Schröter-Hüttich, Katrin; Wallner, Claudia: „ALLE im Blick?!“ Gender(Mainstreaming) Kompetenz in der Kinder- und Jugendhilfe. Ein Praxisbeispiel.
  • Wanderausstellung „Mädchenwelten“, Ausstellungsheft und Postkarte zur Ausstellung

 

Fachartikel in anderen Veröffentlichungen/Zeitschriften der Sozialen Arbeit

 

  • Kruschwitz, Simone; Schröter-Hüttich, Katrin: Mädchenarbeit in den Regionen Sachsens. Eine widersprüchliche Entwicklung im Wechselspiel von politischem Willen, Finanzflüssen, der Qualitätsdebatte und dem tatsächlichen Bedarf. In: Stefan Busse, Gudrun Ehlert: Soziale Arbeit und Region. Lebenslagen, Institutionen, Professionalität. Rabenstück Verlag 2009
  • Kruschwitz, Simone; Wöbbeking, Lars: „Geschlechter-Demokratie im Rahmen einer Zukunftswerkstatt“, im Corax Ausgabe 3/2009
  • Kruschwitz, Simone: „Mädchenarbeit in Sachsen - droht nach 20 Jahren das AUS?“ in der Rubrik: jugendpolitische Entwicklungen, im Corax Ausgabe 6/2009
  • Schriftenreihe der Bundesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik: Redaktion der Ausgabe 10: „10 Jahre BAG Mädchenpolitik“ durch S. Kruschwitz.
  • „Aktuelle Handlungsempfehlungen auf dem Weg zur Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit“ Positionspapier der BAG Mädchenpolitik e.V. (www.maedchenpolitik.de)

 

Weitere Produkte:

 

  • Kurzfilm „Nachgefragt“ zur Beteiligung von Mädchen und jungen Frauen an politischen Prozessen
  • Postkarte „Wachküssen“ - Aufruf an junge Frauen, sich an den Wahlen 2009 zu beteiligen - in Kooperation mit dem Landesfrauenrat Sachsen e.V.

 

 

 

Kontakt

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