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Juno

USA

2007

Regie: Jason Reitman

 

Die 16-jährige Juno wird nach einer Nacht mit ihrem besten Freund unerwartet Schwanger. Ein Besuch in der Abtreibungsklinik scheitert schon an der lieblosen Beratung, und den Worten einer Demonstrantin vor der Klinik. Nach der Beichte bei ihrem Vater und der verhassten Stiefmutter entschließt sich Juno, das Kind zur Adoption frei zu geben. Mit ihrer besten Freundin findet sie in einer Zeitung sogleich die scheinbar perfekten Adoptiveltern: Mark und Vanessa, die sich nichts sehnlicher wünschen als ein eigenes Kind. Unkompliziert verlaufen die nächsten neun Monate, nur am Rande erscheint Kritik über ihre Situation, etwa durch unbedachte Aussagen der Ultraschalltechnikerin, die sich positiv über Junos Adoptionsvorhaben äußert oder vereinzelte, argwöhnische Reaktionen der Mitschüler. Auch die vermeintlich perfekte Adoptivfamilie entpuppt sich als nicht ganz so perfekt: Mark, zu dem Juno mit der Zeit ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut hat, fühlt sich noch nicht reif genug, ein Kind groß zu ziehen. Er und Vanessa trennen sich daraufhin. Juno und Vanessa hingegen bleiben bei ihrem Vorhaben: Der geborene Sohn wird nach der Geburt wie vereinbart übergeben. Anschließend gleitet die 16-jährige scheinbar ohne Probleme zurück in ihren Teenageralltag, lebt glücklich in einer Beziehung mit dem Vater ihres weggegebenen Kindes.

 

Empfehlung:

Auch wenn der Film das Thema‚Teenagerschwangerschaft‘ durch gekonnten Witz und kesse Dialoge zu überspielen versucht, bleibt dessen Konfliktträchtigkeit weiterhin bestehen. Die scheinbare Mühelosigkeit, mit der die 16-Jährig*e den Alltag einer Schwangeren meistert, gibt ein verzerrtes Bild und eine unrealistische Darstellung der Wirklichkeit wider. Die anschließende Rückkehr ins „normale“ Leben, so als sei nichts geschehen, bagatellisiert die Thematik zusehends. Weder Verhütung, noch Rolle und Einfluss der Erziehungsberechtigten spielen eine Rolle. Kritik findet kaum, wenngleich nur unterschwellig und am Rande statt. Eine ernsthafte Auseinandersetzung erfolgt nicht, lediglich am Ende zeigt sich die Teenagerin* glücklich darüber, nun unbeschwert mit ihrem Freund zusammen sein zu können, da sie sich noch nicht reif die die Erziehung eines eigenen Kindes gefühlt hat.

Die Zielgruppe soll durch Junos Beispiel angeregt werden, bewusst über ihr eigenes Sexualverhalten und die Möglichkeit der ungewollten Schwangerschaft nachzudenken. Risiken und Bedenken von Seiten der Eltern, von Mitschüler*innen, Lehrkräften, Ärzt*innen, etc. soll ebenso Raum zur Diskussion gegeben werden wie der Frage nach Verhütung und Geschlechtskrankheiten. Es wird empfohlen, den Film in homogengeschlechtlichen Kleingruppen anzuwenden, je nach Reife der AdressatInnen bereits ab 12 Jahren, um präventive Ansätze möglichst früh wirksam werden zu lassen.

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