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Meer is nicht

Deutschland

2007

Regie: Hagen Keller

 

Die 17-jährige Lena steht kurz vor dem Abitur. Was danach kommt, ist noch offen: Berufsberater* und Lehrer* interessieren sie nicht; Sie will etwas tun, was ihr Spaß macht und bei dem sie noch Herausforderungen und Träume haben kann. Zum heimlichen Vorbild nimmt sie sich dabei ihren arbeitslosen Vater: Der Bauchingenieur träumt seit Jahren davon, eine große Brücke zu bauen, erhält für sein Vorhaben jedoch stets nur Absagen. Er und seine Frau unterstützen Lena zunächst noch bei ihrer Suche.

Als sie schließlich ihre neue Leidenschaft, das Schlagzeug, für sich entdeckt, endet die offene Gesprächsbereitschaft: Lenas Vater sähe sie lieber in einem stabilen Beruf mit Zukunft – Architektur, so wie er, fände er dabei ganz passend. Wild entschlossen besorgt er ihr sogar ein Vorstellungsgespräch. Lena fühlt sich vor den Kopf gestoßen, weiß sie doch selbst noch nicht, was sie mit ihrem jungen Leben anfangen will. Nach einem verpatzten Vorspiel für eine Musikschule, zu dem sie aus Angst nicht einmal angetreten ist, beginnt sie immer mehr an sich und ihren Fähigkeiten zu zweifeln. Einzig ihre Freunde geben ihr Halt, ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Nach den Abschlussprüfungen, die sie knapp besteht, entschließt sie sich, für ihren Traum zu arbeiten. Sie trainiert fleißig, sodass auch ihre Eltern nach einem Streit eingestehen müssen, dass ihre Tochter eigene Pläne hat. Als der Vater schließlich sein lang ersehntes Projekt umsetzen kann, glaubt auch er wieder daran, dass Träume wahr werden können.

Empfehlung:

Lena zeigt durch ihr rebellisches Verhalten ihren Eltern gegenüber, dass Mädchen* auch anders können, als sich nur still unterzuordnen. Sie hat ihren eigenen Kopf, hat eigene Vorstellungen von sich und ihrem Leben. Auch optisch fügt sie sich nicht in bekannte Rollenklischees ein: kurze Haare, Nasenpiercing, Schlabber-T-Shirts und zerschlissene Hosen. Auch mit ihrem Berufswunsch, Schlagzeugerin* zu werden, widersetzt sie sich einerseits dem nach Sicherheit strebenden Wunsch des Vaters, andererseits aber auch den sonst als typisch-weiblich deklarierten Berufen. Um ihren Traum zu erfüllen, setzt sie sich bewusst mit ihren Vorstellungen und den Eltern auseinander, geht arbeiten, setzt sich durch für ein selbstbestimmtes Leben.

 

In gleich- und gemischtgeschlechtlichen Gruppen für Jugendliche ab 15 Jahre; Themen wie Berufswahl und Selbstfindung können ebenso wie Mädchen*- und Jungen*bilder bearbeitet werden.

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