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Fachtag "Lust auf... Selbst-bestimmte Sexualität von Mädchen* und Frauen*, die behindert werden

19.11.2019 um 13:00 Uhr

Mädchen* und Frauen* mit sogenannter Behinderung sind mit Vorurteilen konfrontiert, sehr häufig von Gewalt betroffen und erfahren regelmäßig Diskriminierung oder Benachteiligung. Ein Bereich, auf den dies große Auswirkungen hat, ist die sexuelle Selbstbestimmung. Nicht selten wird ihnen eine eigene Sexualität abgesprochen oder sie werden Opfer von sexualisierter Gewalt.
Wie können Fachkräfte, Unterstützende oder Betroffene mit diesen Gegebenheiten umgehen? Welche Kompetenzen braucht es zur Förderung sexueller Selbstbestimmung?
Um diese und weitere Fragen zu bearbeiten laden wir Menschen mit und ohne sogenannter Behinderung, Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe und der Behindertenhilfe sowie Interessierte ein.

 

Sexualität bedeutet für alle Menschen etwas anderes.

Zum Beispiel kann das sein:

Küssen, sich selbst und andere streicheln oder Sex haben.

Alle Menschen entscheiden selbst, was für sie Sexualität ist.

Alle Menschen dürfen Nein sagen, wenn ihnen etwas nicht gefällt.

 

Frauen* und Mädchen* mit Behinderungen erleben sehr häufig Gewalt.

Wenn jemand die Frauen* und Mädchen* anfasst,

obwohl sie es nicht nicht wollen.

Oder wenn jemand sie zum Sex zwingt.

 

Wir wollen sexuelle Selbst-bestimmung für alle Menschen.

Sexuelle Selbst-bestimmung heißt:

Sie dürfen ihre Sexualität alleine gestalten!

Sie entscheiden selbst,

ob sie Sexualität haben möchten!

Sie kennen ihre Rechte!

 

Wir schreiben Mädchen* und Frauen*.

Der Stern bedeutet, dass wir alle meinen.

Es gibt nicht nur Männer und Frauen.

Sondern noch viel mehr.

Wir meinen alle Menschen,

die sich als Mädchen* oder Frau* fühlen.

 

(angelehnt an https://www.profamilia.de/ueber-pro-familia/landesverbaende/landesverband-sachsen/projekt-melisse.html)

 

Programm

 

13:00 Uhr   Ankommen

 

13:30 Uhr   Begrüßung

Susann Riske (Fachstelle Mädchen*arbeit und Genderkompetenz), Kerstin Schachtsiek (BAG Mädchen*politik)

 

13:40 Uhr   Grußworte

Annett Heinich (Inklusionsbotschafterin),

Stephan Pöhler (Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen)

 

14:00 Uhr   Vortrag

"Nichts ohne uns über uns."

pro familia Landesverband Sachsen e.V.

 

14:45 Uhr   Zeit für Austausch

 

15:30 Uhr   Arbeitsgruppen

 

18:00 Uhr   Abendessen

 

Um 19:00 Uhr kann anschließend die Veranstaltung

"Gibt es ein Recht auf Sexualität für alle? Ein Diskussions-abend zu Sexual-begleitung und Sexual-assistenz" besucht werden.

siehe: https://www.maedchenarbeit-sachsen.de/veranstaltungen/9/2109545/2019/11/19/gibt-es-ein-recht-auf-sexualit%C3%A4t-f%C3%BCr-alle-ein-diskussions-abend-zu-sexual-begleitung-und-sexual-assistenz.html

 

Arbeitsgruppen

 

AG 1: Sexuelle Bildung mit Mädchen* mit Handicap - Zugang und Methoden

 

Sexualität ist Teil der Persönlichkeitsentwicklung und der Identität und muss daher auch Teil der Bildung von Mädchen* mit Handicap sein. Doch neben einer geschlechtlichen Diskriminierung wird ihnen oftmals keine oder nur wenig Sexualität zugestanden. Resultierend findet keinerlei Austausch mit ihnen statt, um kein sexuelles Interesse zu wecken.

 

In diesem Workshop werden die gesellschaftlichen Aspekte von Mädchen* mit Handicap genauer analysiert. Da sie öfter von sexualisierter Gewalt betroffen sind als Mädchen* und Jungen* mit und ohne Handicap, wird der Frage nachgegangen, ob und wie sexuelle Bildung präventiv wirken kann und welche weiteren Konsequenzen sich für die Praxis ableiten lassen.

Neben der theoretischen Abhandlung wird dieser Workshop methodische Einblicke bieten.

 

Leitung:

Tina Hogk-Predatsch 
Sozialarbeiterin (BA), Sexualwissenschaflerin (MA), Gendertrainerin
Ehrenamtlich engagiert sie sich seit vielen Jahren bei verschiedenen Vereinen im Bereich Antidiskriminierungsarbeit und gendersensibler Pädagogik. Ihre Masterarbeit hat sie zum Thema: "Angebote Sexueller Bildung auf Basis von Konzepten der Feministischen Mädchen*arbeit für die Prävention vor sexualisierter Gewalt mit der Zielgruppe Mädchen* mit Handicap" geschrieben. Seit 2016 gestaltet sie die Mädchen*arbeit im Projekt "Girlz*Space" bei Frauen für Frauen e.V..

 

AG 2: Selbst-Behauptung für Frauen

 

In der Arbeits-Gruppe üben wir:
Was kann ich tun, wenn ich etwas nicht möchte?
Zum Beispiel:
Jemand bedrängt mich.
Jemand fasst mich an, obwohl ich das nicht will.
Jemand macht mir Angst.
Jemand sagt gemeine Wöter zu mir.
Jemand tut mir weh.

Wir üben:
Laut schreien. Laut Nein sagen.
Mit der Stimme! Und mit dem Körper!
Das macht mich stark. Und das macht Mut.

Leitung:

Kathrin Bein

Diplom-Sozialpädagogin (FH), seit 23 Jahren Trainerin für Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Mädchen und Frauen (WenDo), Ausbildungen in körperorientierter Traumaarbeit (Schocktrauma, Entwicklungstrauma) - SEI® bei Dami Charf

 

AG 3: Liebe und so … Ein Angebot von Tandem-Teams

 

Tandem-Teams, das ist ein Mensch mit Behinderung und eine Fachkraft.

Wir arbeiten zusammen.

Mit uns kann man gut über Liebe und Sexualität reden.

Wir reden in der Arbeits-gruppe über:

  • Mein Körper und ich
  • Achterbahn der Gefühle
  • Verlieben
  • Flirten, Küssen und Sexualität
  • Die 1. Verabredung
  • Selbstbestimmen - deine Rechte

und was dir wichtig ist

 

Leitung:

Lina Jenner, Sexualpädagog*in pro familia Kiel

Britta Wulff, Sexualpädagog*in pro familia Lübeck

Hannelore Goerke, Expertin* in eigener Sache

 

AG 4: Die Arbeit als Frauen*beauftragte in Einrichtungen

 

Bärbel Feller ist Frauen*beauftragte in der Einrichtung Kleinwachau:

"Ich bin freundlich, kommunikativ und vernetze gerne Menschen.

Mich interessieren aktuelle „Frauenthemen“  wie Sexualität, Menstruation und sexualisierte Gewalt, weil ich selbst betroffen war und daraus gelernt habe.

Ich möchte gerne anderen Damen „die Augen öffnen“."

In der Arbeitsgruppe wird sie aus ihrer Arbeit berichten.

 

Leitung:

B. Feller und T. Boinski, Kleinwachau - Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gGmbH

 

AG 5: Barrieren im Zugang zum Recht für Mädchen* und Frauen* mit Behinderungen

 

In dieser Arbeitsgruppe sprechen wir darüber:

Welche Rolle spielen Behinderungen im Strafverfahren?

Welche Barrieren gibt es?

Wie können die Barrieren abgebaut werden?

Was können Einrichtungen tun?

Was können Betreuer*innen tun?

Was kann die Justiz tun?

 

Leitung:

Ronska Grimm

Rechtsanwältin, Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, Frauen gegen Gewalt e.V., Projekt "Suse - sicher und selbstbestimmt. Im Recht."

 

AG 6: Nichts ohne uns über uns. Ein Positions-papier machen

 

2018 wurden über 100 Frauen* in Sachsen zu dem Thema Liebe und Sexualität befragt.

Es ging dabei um den Alltag und die Wünsche von Menschen, die behindert werden.

Wir haben verschiedene Sachen heraus-gefunden.

Zum Beispiel: Viele Menschen wünschen sich einen Partner oder eine Partnerin.

 

In der Arbeitsgruppe wollen wir gemeinsam ein Positions-papier machen.

Das bedeutet: Sie sagen Ihre Meinung zu den verschiedenen Ergebnissen.

Dann schreiben wir Ihre Rückmeldungen auf.

Das Positios-papier soll zeigen, was sich Frauen* in Sachsen für ihre Sexualität wünschen.

Das Positions-papier wird dann in Sachsen verteilt.

 

Leitung:

Yvonne Krüger und Paul Berthold

Sozialarbeiter*innen vom Projekt Melisse, pro familia Sachsen

 

AG 7: Kreative Werkstadt "Schreiben und Drucken mit dem Bleilaus-Verlag"

 

Ob mit Feder und Tusche, Stiften, langen Pinseln oder an der Schreibmaschine.

Bei uns könnt ihr Euren "Lust auf..." Botschaften, Träumen und Wünschen kreativen Ausdruck verleihen.

Eure geschriebenen Texte könnt ihr zudem mit Zeichnungen, Stempeln oder kleinen Drucken gestalten.

Wir unterstützen Euch dabei.

 

Leitung:

Bleilaus Verlag, Haus Steinstraße e.V. - Verein für Kultur, Bildung & Kontakt, Leipzig

 

Barrierefreiheit

 

Es wird eine simultane Übersetzung in Leichte Sprache geben.

Zwei Gebärdensprach-dolmetscher*innen werden die gesamte Veranstaltung begleiten.

Der Veranstaltungsort ist rollstuhlgerecht.

 

Anmeldung

 

Anmeldeschluss:  3.11.2019

 

Sie können uns eine E-Mail schreiben. 

Die E-Mail-Adresse ist:

 

Sie können uns anrufen. 

Die Telefonnummer ist: 0351 / 56 36 28 53

 

Teilnahmegebühr: 

30,-€

25,-€ für Mitglieder der LAG

Begleitpersonen können für eine  Verpflegungspauschale von 5,-€ teilnehmen.

 

Wir bitten um folgende Angaben:

Name, Vorname
Einrichtung
E-Mail
Telefon

 

Welche AG möchten Sie besuchen?

AG 1   AG 2   AG 3   AG 4   AG 5   AG 6   AG 7


Sind sie Rollstuhlfahrer*in?

Sind sie gehörlos?

Benötigen sie Übersetzung in Leichte Sprache?

 

Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung mit allen wichtigen Informationen.

 

Die Veranstaltung wird gefördert durch Aktion Mensch.

 

Flyer zur Veranstaltung

 
 

Veranstaltungsort

Deutsches Hygiene Museum Dresden

Lingnerplatz. 1, 01069 Dresden

 

Veranstalter

Veranstalter*innen

LAG Mädchen und junge Frauen in Sachsen e.V. in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Mädchen*politik, dem Deutschen Hygiene Museum Dresden, dem Pro Familia Landesverband Sachsen sowie dem Landesfrauenrat Sachsen.

 

 

 
Kontakt

Königsbrücker Str. 62
01099 Dresden
0351 / 56362850
0351 / 56362854