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Prinzessin Lillifee

Deutschland

 2009

Regie: Alan Simpson, Ansgar Niebuhr

 

Prinzessin Lillifee ist Herrscherin über das Feenreich Rosarien, in dem Feen, Meerjungfrauen, Kobolde und Elfen friedlich in Einklang miteinander leben. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Pupsi, dem Schwein, liebt sie es, durch ihr Reich zu fliegen und alles, was sie sieht, rosa zu zaubern und für Frieden und Harmonie zu sorgen. Dass ihr Tun nicht unbedingt bei allen Bewohnern ihres Reiches auf Zustimmung trifft, muss sie schmerzlich bei einem Zusammentreffen mit diesen erfahren: Die Rosarier sind wütend auf die Feen, die den ganzen Tag in ihren Augen nur Unsinn treiben und wünschen sich, dass die vermeintlichen Störenfriede bald mit dem Unfug aufhören, da sie ansonsten das Reich verlassen würden. Geknickt versucht die Prinzessin darauf, zwischen den Parteien zu vermitteln, sie scheitert jedoch an der Starrköpfigkeit der Feen. Mit einer kleinen List und der Hilfe ihrer Freunde bringt sie die untereinander verfeindeten Feen schließlich dazu, mit ihr zusammen ein Musical aufzuführen und den Rosariern zu beweisen, dass sie zu mehr im Stande sind. Gemeinsam gelingt es ihnen, wieder Freude und Harmonie zwischen allen herzustellen.

 

Empfehlung:

So niedlich und bezaubernd die Aufmachung des mittlerweile zum Idol vieler Mädchen gewordenen Feenwesens Lillifee ist, so fragwürdig sind die unterschwelligen Botschaften, die die Figur verkörpert: Lillifee ist klein, blond und zierlich. Sie mag glitzernde Sachen und liebt rosa – mehr Klischee passt kaum mehr in einen Film. Doch auch im Verhalten macht die gelockte Prinzessin ihrer Rolle alle Ehre: Als Mädchen muss sie um jeden Preis gut gelaunt sein und für Harmonie sorgen; ist sie traurig, versagen ihre Zauberkräfte (Dornen statt Blumen…); Fehler kommentiert sie mit Worten wie „Uups“ und den entsprechenden hilflosen Gesten (Schulterzucken, betretender Blick). Ihr Tun und Handeln macht sie fast ausschließlich an den Bedürfnissen anderer fest, muss von ihren Freunden dazu ermutigt und immer wieder angestiftet werden (Zitat Igel: „Wenn du es schon nicht für dich tust, dann tu’s für mich!“). Damit repräsentiert sie in vielerlei Hinsicht altmodische, traditionelle Rollenbilder, mit denen bereits Mädchen von klein auf konfrontiert werden: Die Motivation im Tun von Frauen liegt darin, etwas für ANDERE zu tun, nicht um ihrer selbst Willen; Verhalten von Mädchen und Frauen zeichnet sich dadurch aus, dass sie immer darauf bedacht sind, zuvorkommend und schüchtern zu sein und nach Harmonie und Einklang zu streben. Traurigkeit, Wut und Frustration werden als dem Frauenbild nicht zuträgliche Verhaltensweisen angesehen, müssen abgespaltet und ausgeblendet werden (Lillifee verliert ihre Zauberkraft, weil sie traurig ist und nicht an sich glaubt). Hilfsbereitschaft, Zurückhaltung und gute Laune werden dagegen als positiv erlebt und (zwangs)integriert.

In der Arbeit mit Mädchen ist der Film daher sehr kritisch anzuwenden. Es sollte von den PädagogInnen genauestens hinterfragt werden, welche Rollen in diesem Film an die Zuschauerinnen herangetragen werden, und wie sie sich damit auseinandersetzen sollten.

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