Link verschicken   Druckansicht öffnen
 
stellungnahme_zum_selbstbestimmungsgestz_1_

Stellungnahme zum Selbstbestimmungsgesetz (SelbstBestG)


Als Feminist*innen verstehen sich heute viele verschiedene Personen und Personengruppen, doch nicht alle eint eine gleiche Haltung.
Wir als LAG Mädchen* und junge Frauen* in Sachsen e.V. stehen für einen intersektionalen Feminismus, dessen Kampf auch Rassismus sowie weitere Diskriminierungsformen im Blick hat. Einen Feminismus, der die Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit hinterfragt und biologistische Argumentationen ablehnt.


Geschlecht ist vielfältig und gesellschaftlich verortet. Schon auf der Ebene der Biologie gibt es mehr als zwei Geschlechter, Geschlecht wird nicht allein durch Genitalien bestimmt und mehr als 1000 Gene sind bei der geschlechtlichen Entwicklung beteiligt. Auch vielfältige Identitäten sind kein neues Phänomen. Sie werden heute in der Öffentlichkeit immer sichtbarer, jedoch werden nicht alle Menschen gleichermaßen respektiert und gesellschaftlich anerkannt. Dies zeigt sich unter anderem im Umgang mit inter* und trans* Menschen. Nach wie vor werden an inter* Kindern nach der Geburt medizinisch nicht notwendige, geschlechtsverändernde Operationen durchgeführt, obwohl sie erhebliche gesundheitliche und psychische Konsequenzen für die Betroffenen haben. Trans* Menschen müssen zwei langwierige und teure medizinische Gutachten vorlegen, welche ihre Geschlechtsidentität feststellen und „beweisen“, dass sie bereits mehrere Jahre in dieser Identität leben und sich dies voraussichtlich auch nicht mehr ändern wird. Erst dann wird einem Antrag auf Personenstands- und Namenänderung nach dem Transsexuellengesetz (TSG) stattgegeben. Dieses Verfahren ist trans*feindlich und menschenverachtend, daher steht das Gesetz auch seit längerem in der Kritik und Teile daraus wurden bereits als verfassungswidrig erklärt.
Die Änderung des Personenstandsrechts (PStG) mit der Einführung des Geschlechtseintrags divers bzw. der Streichung des Eintrags war ein Anfang. Doch auch hier hängt der Eintrag von einem ärztlichen Attest ab und es bleibt unklar, ob die Änderung auch für trans* Personen gilt. Aus diesen Gründen begrüßen wir die Bestrebungen der Bundesregierung ein Selbstbestimmungsgesetz auf den Weg zu bringen. Das neue Gesetz könnte das TSG ersetzen und der Gewalt gegen inter* Kindern Einhalt gebieten. Es könnte ein weiterer Schritt zu mehr rechtlicher Gleichberechtigung sein.


Für einen intersektionalen Feminismus!
Für Selbstbestimmung, die allumfassende Anerkennung von Geschlechtervielfalt und ein
Ende der Diskriminierung und Gewalt gegen trans* und inter* Menschen!

 

 

Schutz für geflüchtete Frauen* in Deutschland
 
Aufgrund des Krieges in der Ukraine sind noch mehr Menschen auf der Flucht. Unter den Schutzsuchenden sind vor allem Frauen* und Kinder.
Die Bereitschaft auch privat Hilfe anzubieten ist groß. Leider sind unter den Helfenden immer wieder auch Personen, die die Not und Schutzbedürftigkeit von Frauen* und Kindern ausnutzen.
Geflüchtete die privat bei Personen unterkommen, sind dort leider nicht immer sicher.
Bitte haltet eure Augen offen. Die schutzsuchenden Menschen brauchen Sicherheit. Meldet Vorkommnisse in eurer Nachbarschaft und gebt Betroffenen die Nummer des bundesweiten Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (0 8000 116 016) und die Nummer für „Schwangere in Not“ (0800 40 40 020).
Diese bieten rund um die Uhr, anonym und kostenfrei Beratung u.a. auch in russisch und polnisch an. So können auch Ratsuchende aus der Ukraine, wo Russischkenntnisse weit verbreitet sind, informiert und unterstützt werden.
Wir hoffen, dass auf den Bedarf reagiert wird und bald auch eine Übersetzung in ukrainisch angeboten wird.
 
 
Hilfetelefon
69010301_2928584863882931_6000578042798276608_o

Aktuelles

 

Aktuelle Nachrichten zu unserem Verein, der Fachstelle, sisters*, unseren Projekten und Ereignissen im Land finden sie hier.

Veranstaltungen

 

Eine Übersicht zu unseren kommenden Veranstaltungen finden sie hier.

AdobeStock_165774332
sisters

sisters*

 

Mitte August 2019 ist in Anbindung an die LAG Mädchen* und junge Frauen* in Sachsen e.V. das Projekt sisters* - rassismuskritische Mädchen*arbeit in Sachsen, entstanden. Mehr Informationen gibt es hier.

Fachstelle

 

Die Fachstelle ist seit 1997 unter dem Dach der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen* und junge Frauen* in Sachsen* e.V. tätig. Mehr zu unserem Selbstverständnis finden sie hier.

fachstelle
sr

Service

 

Hier finden Sie u.a. unsere aktuellen Veröffentlichungen sowie eine Übersicht der zur Ausleihe bereitstehenden Bücher unserer Fachbibliothek.

Unterstützen

 

Wir freuen uns immer, wenn unsere Arbeit Wertschätzung und Unterstützung erfährt. Dies kann durch eine einmalige Geldspende, regelmäßige Förderungen oder eine Mitgliedschaft in unserem Verein passieren. Informationen dazu gibt es hier.

join

 

 

 

Warum wir mit * (lat. asterisk) gendern:

 

Geschlecht ist ein soziales Konstrukt. Die derzeitige vorherrschende gesellschaftliche Norm basiert auf der Vorstellung, dass es zwei binäre Geschlechter gibt. Diese hegemoniale Zweigeschlechtlichkeit spiegelt jedoch nicht die real existierende geschlechtliche Vielfalt, ihre Komplexität und Fluidität, wider. Patriarchale Strukturen, geschlechtliche Zuschreibungen sowie Sexismus sind nur drei gewaltvolle Auswirkungen dieser Konstruktionen.

 

Auch unsere Sprache bildet Wirklichkeit nicht objektiv ab, sondern konstruiert sie mit. Folglich ist Sprache machtvoll und deshalb...

 

...benutzen wir den asterisk, um diese Haltung zum Ausdruck zu bringen.

 

...benutzen wir den asterisk, um auf die Konstruktion der Geschlechterkategorien und ihre Widersprüchlichkeiten hinzuweisen und die real existierende geschlechtliche Vielfalt sichtbar zu machen.

 

...benutzen wir den asterisk als Platzhalter*in für mögliche Wortendungen zu einem Oberbegriff wie beispielsweise, dass der asterisk in trans* je nach Eigenbezeichnung beispielsweise für transgeschlechtlich, transgender, transsexuell und/oder trans stehen kann.

 

... benutzen wir den asterisk eben nicht, um geschlechtliche Fremdzuschreibungen herzustellen.

Kontakt
LAG Mädchen* und junge Frauen* in Sachsen e.V.

Königsbrücker Str. 62
01099 Dresden
 

Fachstelle:

0351 / 56362850
0351 / 56362854

 

SISTERS*:

0178 / 9294700 (Sophie Mätzke-Hodžic)

01573 / 8223466 (Abdiiseé Bersissa)

01575 1669061 (Camila Febres)

0351 / 65578890

Facebook/Instagram: @sisters.sachsen