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Rassismuskritische Prozessbegleitung durch pokubi

07. 09. 2020

Rassismuskritische Auseinandersetzung des Teams der LAG Mädchen* und junge Frauen* in Sachsen e.V. durch eine Prozessbegleitung mit der LAG pokuBi e.V. am 17. Und 22. Juni 2020

 

Am 17. Und 22. Juni 2020 haben sich die Mitarbeiter*innen der Fachstelle Mädchen*arbeit und Genderkompetenz sowie des Projektes „SISTERS* - rassismuskritische Mädchen*arbeit in Sachsen“ zu einer rassismuskritischen Fortbildung mit Ely Almeida-Rist und Kerstin Knye getroffen.

Dies war der Anfang einer langfristigen und nachhaltigen Auseinandersetzung mit Rassismus innerhalb des Teams und des Vereins.

Am 17. Juni haben wir uns besser kennengelernt, indem wir über unsere persönliche Wege in die Mädchen*arbeit gesprochen haben und inwiefern Rassismuskritik dabei eine Rolle gespielt hat. Danach haben wir uns in Kleingruppen näher damit beschäftigt, was Rassismuskritik für uns ist und welche Fragen und Unsicherheiten uns bei diesem Thema aufkommen.

Wir haben uns einen Vortrag von Tupoka Ogette zu „Bye, bye Happyland“ angesehen. Daraus haben wir folgende Erkenntnisse gewonnen:

  • Wir sind rassistisch sozialisiert.
  • Wir müssen unsere eigenen Handlungen rassismuskritisch reflektieren.
  • Wir müssen die Wirkung von Rassismus anerkennen.
  • Weiße Menschen haben die Wahl, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen.
  • Wir hinterfragen Rassismus und wollen rassistische Praktiken erkennen und benennen.
  • Wir wollen eine Gesprächskultur entwickeln, in der es möglich ist, konstruktiv über Rassismus zu sprechen.
  • Wir möchten Orte der Heilung und des Empowerments schaffen.
  • Aus der weißen Position wollen wir Handlungsoptionen entwickeln, um Verantwortung zu übernehmen.

In zwei parallelen Räumen - einen Raum für die Mitarbeiterinnen* of Color und einen Raum für die weißen Mitarbeiter*innen - haben wir uns rassismuskritisch mit unserer Arbeit beschäftigt.

Die Mitarbeiterinnen* of Color haben dabei folgende Fragen für sich herausgearbeitet:

  • Wie kann meine Arbeit ein Ort der Heilung und des Empowerments sein?
  • Wie können wir uns schützen und unterstützen? Wie können wir uns als Team Safer Spaces schaffen?
  • Wie können wir im Team Powersharing und Empowerment betreiben?
  • Wie können wir mehr BIPoC Kolleginnen* in unsere Arbeit einbeziehen?
  • Inwiefern ist der Vorstand rassismuskritisch? Wie kann der Vorstand sich in der Auseinandersetzung mit Rassismus beteiligen?

Die weißen Mitarbeiter*innen haben sich über den Vortrag von Tupoka Ogette ausgetauscht, dabei hat sich herausgestellt:

  • Es gibt viele Unsicherheiten in Bezug auf Rassismus, wie wir über Rassismus sprechen wollen, wann wir über Rassismus sprechen und wie wir dies mit den im Team davon betroffenen Menschen besprechen wollen.
  • Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass eine vertiefte Auseinandersetzung mit Rassismus notwendig ist.

Abschließend hat das Team positiv bewertet, dass es Raum und Zeit für ein besseres gegenseitiges Kennenlernen und die gemeinsame Auseinandersetzung mit Rassismuskritik gab. Wir möchten die nächsten Schritte in Bezug auf unseren Prozess der rassismuskritischen Auseinandersetzung erarbeiten.

Am 22. Juni 2020 haben wir einen von uns veröffentlichen Artikel rassismuskritisch analysiert und uns darüber ausgetauscht. Uns ist bewusst geworden, dass in diesem Text rassistische Narrative reproduziert werden, die wir jetzt als kritisch betrachten.

Als nächstes haben wir versucht in mehreren Schritten eine Definition von Rassismuskritik zu erarbeiten. Dabei haben wir uns an unserer alten Definition von Rassismuskritik orientiert. Folgende Fragen haben wir uns dabei gestellt: Was will ich ergänzen? Was fehlt? Wie soll erweitert werden? Was ist zu viel?

Im gesamten Team haben wir begonnen, an einer gemeinsamen neuen Definition zu arbeiten und uns dann entschlossen, während unserer Klausur am 15. Und 16.7. die Definition weiter auszuarbeiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese beiden gemeinsamen Tage der intensiven Auseinandersetzung mit uns und dem Thema sehr bereichernd für uns persönlich und für uns als gesamtes Team mit neuen Mitarbeiterinnen* empfunden wurde. Trotz der Schwere des Themas, haben wir auch viele positive und erheiternde Momente teilen können.

 

Diese Maßnahme wird von der Antonio Amadeu Stiftung gefördert.

 

Foto: Was bedeutet Rassismuskritik für uns?

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